FAQ

Tatsächlich gibt es im Winter weniger erneuerbare Wärmequellen. Einige gibt es jedoch: Biogas, Geothermie und Solarthermieanlagen mit Wärmespeicher. An neuen Wärmequellen wird zudem intensiv geforscht: Wasserstoff könnte z.B. perspektivisch Erdgas als wichtigsten Energieträger im Winter ablösen. Dennoch bleibt die Energieversorgung aber eine Herausforderung. Für Augsburg bietet sich insbesondere die verstärkte Verwendung von Biogas oder Solarthermie in Kombination mit Wärmespeichern an. Ideen, wie wir eine Wärmewende realisieren, existieren also bereits. Es fehlt jedoch am nötigen Willen, die Maßnahmen zu beschleunigen, denn so viel Zeit wie die Stadt Augsburg und auch die Bundesregierung veranschlagen, haben wir nicht.
Frieren muss niemand. Es ist klar, dass fossile Anlagen erst ausgeschaltet werden können, wenn erneuerbare Anlagen einsatzbereit sind. Gerade deswegen ist es aber so wichtig, dass die Fernwärmewende in Augsburg jetzt fokussiert wird.
Erneuerbare Energien müssen nicht unbedingt teuer sein. Windkraft, Wasserkraft, Solar und Biogas sind heute alle mit fossilen Energieträgern wettbewerbsfähig. Eine Herausforderung bleibt die Einführung neuer Anlagentechnologien (z.B. Solarthermie mit Aquiferspeicher oder Wasserstoff-Gasbrennwertthermen), die in der Regel deutlich teurer als konventionelle Projekte sind. Hierzu gibt es aber in aller Regel starke staatliche Subventionsprogramme, so dass Anlagen auch bei einer fehlenden Wirtschaftlichkeit zu Beginn realisiert werden können.  Zu Bedenken ist auch, dass fossile Energien zuletzt aufgrund des Ukraine-Konflikts massiv teurer geworden sind und durch steigende CO2-Preise weiterhin noch teuer werden. Mit einer Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen kann der Preisanstieg begrenzt werden. Wir können es uns nicht leisten, NICHT tätig zu werden!

Leider doch – Erdgas ist zwar CO2-ärmer als beispielsweise Kohle oder Erdöl, um das Eskalieren der Klimakrise zu bremsen, müssen wir aber auch aufhören, fossiles Erdgas zu nutzen – dies macht momentan einen großen Teil der Fernwärme-Emissionen in Augsburg aus.

Zum Einhalten des Pariser Klimaschutzabkommens müssen wir bis 2035 kohlendioxidneutral werden. Das heißt, wir dürfen dann auch kein Erdgas mehr verbrennen. Die Förderung von Gaskraftwerken setzt völlig falsche Signale und bremst die EE erneut wieder aus. Wir brauchen europa- und deutschlandweit einen klaren Kurs Richtung EE und keine Investitionen und Subventionen für fossile Infrastruktur/ Energieträger. Wir könnten heute schon viel weiter sein. Im letzten Jahrzehnt sind hunderte Milliarden in neue Erdgasförderungen, Erdgaspipelines, LNG-Terminals, Erdgaskraftwerke und Erdgasheizungen geflossen. Gelder, die beim Ausbau der EE fehlen. Konzerne und Regierungen sollten endlich konsequent auf erneuerbare Energien setzen.

Die Wärmewende ist ein Teilbereich der Energiewende. In der öffentlichen Wahrnehmung denkt  man bei der Energiewende meistens an die Umstellung von fossilem Strom auf 100% Ökostrom. Das ist aber nicht alles. Strom macht tatsächlich nur einen relativ kleinen Teil der CO2-Emissionen in Deutschland aus. Unsere Wärmeversorgung ist ein deutlich größerer CO2-Emittent. Während wir bei der Stromwende schon recht weit sind (>40% Erneuerbare Energien), sind wir bei der Wärmewende noch ganz am Anfang. Damit wir das 1,5°C Ziel des Pariser Klimaabkommens einhalten können, brauchen wir aber auch eine Wärmewende. 

Für Augsburg bedeutet das, dass Häuser saniert werden müssen und Öl- und Gasheizungen durch moderne Wärmepumpen ersetzt werden müssen, die durch Erneuerbaren Strom angetrieben werden. Viele Augsburger sind auch an das Fernwärmenetz angeschlossen. Hier ist die Stadt in der Verantwortung eine Wärmewende einzuleiten. Dies ist bisher noch nicht zu erkennen. Mit unserer Bürgerinitiative wollen wir erreichen, dass die Stadt anfängt, Veränderungen für ein klimaneutrales Fernwärmenetz umzusetzen.

Fernwärme bedeutet – wie der Name bereits vermuten lässt – dass die Wärme für Heizung und Warmwasser nicht zu Hause (z.B. mit einer Gasheizung oder einer Solarthermieanlage) erzeugt wird, sondern von einem etwas entfernten Kraftwerk bereitgestellt wird. Dieses erzeugt Wärme, die genutzt wird, um Wasser zu erhitzen. Dieses Wasser wird über isolierte Rohre in die einzelnen Wohnungen geliefert, was dann wiederum zum Heizen verwendet wird.
Eine pauschale Aussage hierzu ist nicht möglich. Dies hängt immer davon ab, wie die Wärme erzeugt wird. Stammt die Wärme z.B. von einer Solarthermieanlage ist es eine erneuerbare Energiequelle, sodass die Klimaschädigung minimal ist. Wird die Wärme über ein Gaskraftwerk mit fossilem Erdgas erzeugt, ist es klimaschädlich, da bei der Verbrennung CO2 frei wird. In Augsburg besteht das Fernwärmenetz aus mehreren Kraftwerken: 4 Erdgaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 250MW, 1 Biomasse Heizkraftwerk von 10MW, der AVA Müllverbrennung mit 30MW und einem Elektroheißwassererzeuger mit 10MW Heizleistung. Der Großteil der Wärmequellen ist also fossil und daher für Augsburg klimaschädlich. Das Ziel unserer Bürgerinitiative ist es, dies zu ändern.
Die Stadt plant perspektivisch deutlich mehr Anlagen in Augsburg an das Fernwärmenetz anzuschließen – gerade wenn du in einem größeren Wohnblock wohnst, kann es also sein, dass auch bei dir in den nächsten Jahren auf Fernwärme umgestellt wird.

Bereits heute ist es möglich, ökozertifiziertes Erdgas zu kaufen. Dabei handelt es sich in der Regel um konventionelles Erdgas aus fossilen Quellen, wobei der Gasanbieter die CO2-Emissionen durch z.B. ökologische Ausgleichs-Projekte in Afrika oder ähnliches kompensiert. Beliebt ist auch, dass Bäume gepflanzt werden, die die CO2-Emissionen aus der vorherigen Erdgas-Verbrennung wieder aufnehmen sollen und im Holz speichern. 

Auch wenn diese Projekte in der Regel toll klingen, sind sie meistens nur eines: Greenwashing. Die Annahmen, die für die Kompensationsprojekte zu Grunde liegen, sind meistens extrem geschönt und beruhen auf Schätzungen, die sich in der Praxis nicht erreichen lassen. Global gesehen wird bei jeder Verbrennung von Erdgas CO2 frei, welches sich davor gespeichert im Boden befand. Für eine Begrenzung des Klimawandels ist dies nicht akzeptabel.

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